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23.12.2014 13:00 Alter: 5 yrs
Kategorie: Interviews

„Wastl“ Neder korrigiert den Schiedsrichter

2:2 stand es nach 90 Minuten in der Kreisklasse Kronach zwischen dem SV Gifting und dem SV Steinwiesen. Eigentlich eine ganz normale, laut Spielbericht „mittelmäßige“ Partie mit einem am Ende gerechten Unentschieden. Allerdings auch eine, die ganz anders hätte ausgehen können, wenn nicht Giftings Sebastian „Wastl“ Neder ein Musterbeispiel für Fair Play abgeliefert hätte.


Gäbe es einen Fair Play-Preis für Fußballer aus dem Spielkreis Coburg-Kronach-Lichtenfels, dann würde ihn Peter Sabbarth sofort an Sebastian Neder verleihen. „Ich ziehe meinen Hut vor ihm“, erklärt der Trainer des SV Steinwiesen im Gespräch mit anpfiff.info. „Ich bin jetzt seit mehr als 30 Jahren im Fußballgeschäft als Trainer und Spieler dabei, aber so etwas habe ich bisher noch nie erlebt.“

Sebastian Neder macht es vor

Was war passiert, dass das Coach-Urgestein, seit 2013 in Steinwiesen und zuvor unter anderem beim FC Burgkunstadt 2, dem FC Adler Weidhausen, dem TSV Oberlauter und dem TSV Sonnefeld, derart ins Schwärmen gerät? 13 Minuten waren in der Kreisklassen-Partie zwischen dem SV Gifting und dem SV Steinwiesen gespielt. Die Gastgeber lagen – nachdem Alexander Simon kurz zuvor für den SVS getroffen hatte – mit 0:1 in Rückstand. „Nach einem langen Pass ist Sebastian Neder auf unseren Keeper Jochen Hader zugelaufen“, beschreibt Peter Sabbarth die für ihn bisher einmalige Szene. Der erfahrene Torwart warf sich dem Angreifer entgegen. Der stürzte. Schiedsrichter Volker Löhr vom TSV Oberlauter pfiff. Elfmeter für die Gastgeber. Die große Chance zum Ausgleich!

"Das verdient allerhöchsten Respekt!"

Und was macht Sebastian Neder, den alle Welt nur „Wastl“ nennt? „Er ist zum Schiedsrichter gegangen und hat ihm gesagt, dass ihn unser Torhüter überhaupt nicht berührt hat“, erzählt der 57-jährige Peter Sabbarth. „Das ist sicher keine Selbstverständlichkeit und verdient allerhöchsten Respekt.“ Fair Play in seiner schönsten Form, das auch vom Unparteiischen angenommen wurde. Der nahm seine Entscheidung zurück. Statt mit Strafstoß ging es mit einem Abstoß weiter.
Wenig später stand Sebastian Neder, mit seinen 30 Jahren ein echtes Giftinger Urgestein und zudem einer der besten Stürmer in der Region, dann noch einmal im Blickpunkt. Diesmal mit einem tollen Flugkopfball, den Jochen Hader gerade noch parieren konnte. Der Nachschuss von Johannes Zwosta jedoch landete im Netz. Der Ausgleich nach 20 Minuten. Und auch nach 90 trennte man sich Remis. Für Steinwiesen, das in der Schlussphase einen Mann mehr auf dem Platz hatte, sicherlich eher ein Punktverlust. Allerdings einer, den Peter Sabbarth aufgrund der Szene, die er in Minute 13 erleben durfte, sicherlich gerne hingenommen hat.

Bleibt eigentlich nur noch eines zu tun. Nämlich den Schlusssatz des Berichterstatters vom SV Gifting zu zitieren, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: „Zu hoffen ist, dass sich möglichst viele Sportler hieran ein Beispiel nehmen und in Zukunft ähnlich entscheiden!“


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